Nun ist ein Trainingstag mit Sebastian angesagt – wir spannen unsere Hunde ein und ab gehts. Sebastian fährt erst auf dem normalen Trail und biegt dann auf einen schmalen Trail durch den Wald ein. Jetzt ist richtig Arbeit angesagt – entweder durch Gewichtsverlagerungen oder durch abspringen und den Schlitten herumreissen verhindern dass wir an einem der Bäume hängen bleiben.
Den Hunden macht die Fahrt durch den Wald sichtlich Spass, sie laufen schneller als auf den breiten Trails, denn nun gibt es hinter jedem Baum etwas zu entdecken. Und auch mir gefällt es, voll konzentriert als Teil des Teams etwas für das Gelingen unserer Fahrt beitragen zu können.
Als wir den dichten Baumbestand hinter uns gelassen haben, steht Überholen auf dem Übungsprogramm – volles Tempo, vom Schlitten springen, “On by” und dann so schnell wie möglich vorbei und dabei natürlich immer die Hunde im Auge behalten.
Auf unserer Fahrt sehen wir im Dickicht schemenhaft einen Elch das Weite suchen. Zurück im Camp erzähle ich voller Eifer von dieser Begegnung, doch Denis nimmt mir mit einem Satz allen Wind aus den Segeln – “Ich habe in nur zehn Metern Entfernung einen Luchs gesehen, als ich gerade auf dem Outhouse sass”.
An einem der folgenden Tage fahre ich alleine mit einem 7er-Team aus. Ich bin noch nicht weit weg von Zuhause, als ich einen jungen Labrador auf uns zurennen sehe. Nun wird sich zeigen ob ich mein Team im Griff habe oder ob sie nun gleich mit mir Schlitten fahren. Mit fester Stimme gebe ich meine Kommandos und hoffe und beobachte dabei den fremden Hunde, der offensichtlich auf der Suche nach Spielkameraden ist und dabei ungefähr 10 Meter vor dem Gespann hin und her springt. Mein Team folgt meinen Kommandos und dem Trail und schliesslich sieht auch der Labrador ein, dass ein ganzes Gespann doch nicht die richtigen Spielkameraden sind.
Einsam ziehen wir unseres Weges durch dichte Wälder, über verschneite Ebenen und klettern dabei immer höher hinauf. Noch bevor mich meine Uhr zur Umkehr mahnt erreichen wir die Baumgrenze mit einer genialen Aussicht.
Nach einer kleinen Pause fahren wir nun in rasantem Tempo wieder bergabwärts – diesmal ist es weniger das Hecheln der Hunde oder das Knirschen der Kufen, welches einem ans Ohr dringt, sondern eher das metallische Kratzen der Bremse auf dem harten Trail.
Auf halber Strecke treffe ich Jocelyn mit den anderen – sie sind noch auf dem Weg nach oben und gerade dabei ein technisches Problem mit einer Bremse zu lösen. Nachdem dies geschafft ist halten sie ihre Hunde fest und ich fahre mit meinem Gespann vorbei.
Dies war mein bisher längster Alleingang und ich bin wirklich zufrieden mit mir und dem Team.
In der dritten Woche werden wir in Bluekennels untergebracht sein.