In Bluekennels angekommen haben wir nicht viel Zeit um uns häuslich einzurichten, denn morgen geht es schon für drei Tage ans 37Miles-Camp, d.h. die Schlitten parat machen, die Zugleinen auf die gewünschte Anzahl Hunde abstimmen und das eigene Gepäck richten.
Am nächsten Morgen werden die Schlitten bepackt – obwohl ich mit 6 Hunden das stärkste Team habe ist mein Schlitten am leichtesten, da ich mich noch an den Rennschlitten gewöhnen muss und dieser nicht ganz so stabil ist. Über den Dawson Trail fahren wir durch eine wunderschöne Landschaft zu unserem Camp.
Am Camp angekommen gibt es viel zu tun – Stake-out aufstellen, Hunde ausspannen, ein Loch ins Eis bohren um an Trinkwasser zu kommen und das Camp einrichten.
Am nächsten Tag machen wir einen ganztägigen Ausflug und da ich ja im Training bin fahre ich mit meinem Team alleine voraus über Seen, durch Wälder und vorbei an verfallenen Hütten.
Auf dem Rückweg windet es sehr stark auf dem See und wir verlieren mehrmals den Trail. Sobald ich mit den Hunden neben dem Trail fahre ist es äusserst schwierig sie in die gewünschte Richtung zu dirigieren. Ich schreie die Kommandos gegen den Wind, aber teilweise nützt es einfach nichts, so dass ich des öfteren anhalten muss und die Hunde in die richtige Richtung weisen.
Am Abend bin ich ziemlich erschöpft, aber ich habe das Gefühl gewonnen, dass ich auf mein Team zählen kann – wenn es auch nicht immer den richtigen Weg eingeschlagen hat, so hat es mich doch über diesen windgepeischten See gebracht.
Man nächsten Tag heisst es für mich Abschied nehmen – während Denis und die anderen noch einen Tag im Camp verbringen muss ich zu Bluekennels zurück, damit meine Hunde vor dem Rennen noch zwei Tage Ruhe haben.
Zum Abschluss fahren wir in der Nähe einen steilen Berg hinauf um oben angekommen ein kleines Picknick mit einer tollen Aussicht zu geniesen. Auf der steilen Abfahrt stehe ich in einer Kurve falsch auf der Kufe und mein Schlitten kippt. Im Sturz rufe ich noch “Whowhow” damit die Hunde stoppen und dann einfach den Schlitten nicht loslassen. Nachdem ich ein paar Meter durch den Schnee gepflügt bin kommen wir zum Stehen, ich klopfe mir den Schnee ab und schon kann es weiter gehen.
Auf meinem weiteren Weg Richtung Kennel erwische ich leider die falsche Abzweigung – irgendwie hatte ich den Trail auch breiter in Erinnerung und plötzlich stehe ich vor einer Trapperhütte. Ich fahre weiter auf einem schmalen Trail durch den dichten Wald, als plötzlich ein Eichhörnchen nur fünf Meter vor meinen Leithunden den Weg überquert – doch ich habe es fast gleichzeitig mit Gaya und Fritz bemerkt und mein energischer Ruf “On by” lässt sie den Gedanken an eine Verfolgung schnell vergessen.
Als nächstes steht nun das Rennen auf dem Plan.