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Eine Woche mit dem Hundeschlitten

März 5, 1997

Seit meiner Kindheit hatte ich Angst vor Hunden, doch im März 1997 heilte ich mich von dieser Angst. Wie ich inzwischen erfahren habe, gibt es in der Psychologie sogar einen Namen für diese Therapie “Reizüberflutung” – doch damals wusste ich noch nicht einmal, dass dies eine Therapie für mich sein würde.
Schon immer faszinierten mich die Musher mit ihren Schlittenhunden und nun hatte ich mich trotz meiner Angst vor Hunden zu diesem Abenteuer entschlossen und begab mich nach Finnland.


Nach einer kurzen Einweisung gingen wir bereits am 2ten Tag – jeder mit seinem Gespann – auf Tour.
Zuerst müssen natürlich die Hunde eingespannt werden. Mica zeigt uns wie wir den Hunden das Zuggeschirr anlegen müssen und ich versuche mich auch gleich bei Leo, einem grossen Husky mit rötlichem Fell. Nach einigen Fehlversuchen gelingt es mir doch ihm das Geschirr überzuziehen, doch mein Stolz verfliegt schnell wieder, als ich bemerke, dass in der Zwischenzeit schon alle gut 30 Hunde bereit zum Einspannen sind. Und als mir Mica dann noch sagt ich hätte meinem Hund das Geschirr falsch herum angezogen da zweifel ich doch einwenig, ob ich es in dieser Woche schaffen würde meine Hunde jeweils alleine einzuspannen – aber nicht dass Sie nun meinen ich hätte das Hinterteil des Geschirrs am Kopf des Hundes angebracht, es war nur verdreht, d.h. die Innenseite mit dem weicheren Material war nach aussen gekehrt.

Nun heisst es unter Micas Anleitung die Hunde vor dem Schlitten einzuspannen. Mica hat eine klare Vorstellung welcher Hund, an welchem Schlitten in welcher Position zu stehen kommen muss. Da die Hunde schon ganz nervös sind, müssen wir uns beeilen und nach kurzer Zeit stehen 6 Schlitten, jeweils an einem Pfosten angebunden, mit meist 5 Hunden startbereit da und jeder kann auf seinem Schlitten Platz nehmen. Es ist schon ein mulmiges Gefühl da hinten auf dem Schlitten zu stehen, während sich die fünf Huskys bereits mächtig ins Zeug legen.
Und dann dürfen wir das Seil lösen und die Hunde rennen los, das Kläffen verstummt und bereits nach kurzer Zeit hört man nur noch das Knirschen der Kufen und das Hecheln der Hunde.

So verbringen wir eine Woche in der Wildnis Finnlands und fahren jeden Tag eine andere Hütte an.

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