Huskys & Wolfshund

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Nachtfahrt

Dezember 4, 2001

Da die Bandsäge leider nicht funktioniert heisst es Futter hacken den ganzen Tag. Das Huhn von letztem Jahr ging ja noch leicht, aber dies Jahr hat es Beef, das geht schon einiges schwerer und am schlimmsten ist Pansen, man hat das Gefühl man würde Stein zerhacken.

Von der gestrigen Fahrt tun mir die Arme bereits weh und nach der ganzen Hackerei – aber das schlimmste sollte noch kommen. Als Sebastian aus der Stadt zurückkommt meint er, er würde sich nun eine Stunde aufs Ohr legen und dann fahren wir mit den Hunden.

Leider war das mit dem Trainigslauf kein Scherz, so gegen 19.45 sind wir fertig und fahren in die Nacht.
Glücklicherweise habe ich meine Motocrossbrille dabei, so habe ich einige Sicherheit was herumpeitschende Äste und ähnliches betrifft. Der Mond hält sich hinter den Wolken versteckt, so dass es wirklich finstere Nacht ist, nur mit der Halogenlampe kann ich wenigstens die vorderen Hunde sehen, aber vom Trail sehe ich eigentlich nichts.

Beim Überqueren einer Brücke bleibt Sebastian mit seinem Schlitten hängen und ich stoppe, wie immer indem ich den schweren Schlitten auf die Seite werfe. Als es dann wieder weiter geht muss ich nochmals stoppen, doch diesmal bekomme ich irgendwie den Anker an den Kopf – glücklicherweise bleiben nur zwei Beulen.

Wir fahren bis Takini River, dann auf den zugefrorenen Fluss. Wir haben wirklich grosses Glück, denn Sab kommt im letzten Augenblick zum stehen – rechts und links seiner Leithunde hat es offenes Wasser. Er kann nur drei Hundereihen nach vorne gehen und muss dann seine Hunde zurückziehen.

Auf dem Rückweg zu festem Boden stehe ich voll auf der Bremse als wir ein kleines Loch überfahren, meine Zehen versinken im Loch, doch da der Schlitten natürlich weiterfährt, hätte ich mir beinahe die Zehen abgefahren. Kurz darauf knallt mir die Bremse so hart in den Fuss, dass ich den Fuss anschliessend kaum noch belasten kann.

Der Weg zurück ins Kennel verläuft dann auf breiten Trails ohne grössere Probleme. Während dieser Zeit habe ich etwas Muse über die kommenden Rennen nachzudenken.

Im Moment brummt mir der Schädel, mein Fuss schmerzt und meine Oberarme brennen vor Anstrengung und ausserdem frage ich mich, wie ich bei einem Rennen den Weg finden soll, wenn ich nicht weiter als bis zu den Leadhunde sehe.
Wenn ich mich jetzt entscheiden müsste, ich würde beide Rennen absagen.

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