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Platz

September 5, 2005

Ablegen

Kommando: “Platz”
Handzeichen: Abwärtsbewegen der rechten Hand
Pfeifsignal: Langgezogener Pfiff

Nehmen Sie ein Leckerli in die rechte, die Leine in die linke Hand. Lassen Sie den Hund an Ihrer linken Seite sitzen und gehen Sie in die Hocke. Die linke Hand hält die Leine vor dem Hund straff am Boden. Führen Sie nun die rechte Hand mit dem Leckerli ein wenig entfernt vom Hund von oben an der Hundenase vorbei nach unten auf den Boden. Wenn der Hund mit Vorderkörper und Hinterteil am Boden ist, nennen Sie das Kommando. Anschliessend loben Sie ihn ausgiebig und streicheln ihm über den Rücken.
Funktioniert diese Methode nicht, gehen Sie neben Ihrem Hund in die Hocke, und ziehen Sie die Leine mit der rechten Hand nach unten vorn. Drücken Sie gleichzeitig mit der linken Hand den Widerrist des Hundes nach unten, und sagen Sie “Platz”. Liegt der Hund dann, streicheln und loben Sie ihn.

Die Stopp-Wirkung durch “Platz!” gerade auf den herumtobenden oder jagenden Hund ist in unserer straßenreichen Gesellschaft lebenswichtig. Mit “Platz!” vor Eingängen von Läden, Arztpraxen usw. kann man seinen Hund auch mal längerfristig ablegen. (Ein zusätzliches Kommando wie “Bleib!” benötigt man nicht, wenn der Hund “Platz!” nur in Verbindung mit dem Aufhebe-Befehl “Auf, auf!” kennengelernt hat.) Üben Sie dieses Kommando gewissenhaft!

Am besten fangen Sie bei einem Welpen an, dem Sie “Platz!” zunächst nur sagen, wenn er sich ohnehin gerade legt. Man kann so seinem Hund so von der ersten Stunde an jede Aktion erklären, die man beobachtet und zu der es später ein gleichlautendes Kommando gibt. Hat sich der Welpe eingelebt, sagen Sie ihm mehrmals täglich “Platz!”, drücken ihn vorsichtig zu Boden und ziehen die Vorderpfoten nach vorne, so dass er die Position einnimmt, die Sie meinen. So loben und belohnen Sie ihn, während Sie ihn unten halten. Sagen Sie dann “Auf, auf!”. Entlassen Sie ihn damit zu einer Spielrunde. Schnell lernt er, dass diese Aktion mit Lob und Futter verbunden ist. Üben Sie mit dem hungrigen Welpen. Er wird sich mit Begeisterung hinlegen und wirkt richtig stolz auf seinen Erfolg.

Üben Sie dann strenger. Der Hund kennt das Kommando ja bereits, weiss also was Sie wollen. Üben Sie jetzt, wenn der Hund in Ihrer Nähe ist und sich nicht drücken kann. Üben Sie z.B. in der Küche und mit dem angeleinten Welpen auf Spaziergängen. Legt er sich nicht unverzüglich hin, wenn Ihr leise gesprochenes “Platz!” ertönt, bekommt er einen Schubs oder einen Klapps zur Erinnerung. Seien Sie nicht zu vorsichtig. Setzen Sie sich durch! Legen Sie ihn hin! Diese Übung kann, wie gesagt, lebenswichtig sein. Denken Sie an die Situation, den jagenden Hund stoppen zu müssen, der auf eine Straße zurennt. Legt er sich hin, sagen Sie kurz “brav!” oder ein anderes Lob und dann nochmal leise, aber mit tiefer Stimme “Platz!” und lassen Sie ihn für einen Moment, später für einige Minuten, dann auch länger, liegen. Am besten beobachten Sie ihn solange streng und ruhig ohne etwas zu sagen.

Eine charakteristische Handhaltung sollte sich zusätzlich einprägen. Halten Sie eine Hand flach ca. 30 cm über dem Boden. Diese Haltung mag den Hund an das Niedergedrücktwerden erinnern und stellt zudem eine Haltung dar, die wir normalerweise nicht einnehmen, die also unverwechselbar ist.

Beim Loben darf er noch nicht aufstehen, halten Sie ihn unten bis Sie “Auf, auf!” gesagt haben und spielen Sie dann mit ihm. Üben Sie zunächst zu Hause, dann draussen mit Leine, später ohne, während der Spielphasen und wenn er zur Jagd ansetzt. Gehen Sie ruhig öfter mal weg vom Platz-haltenden Hund. Er wird Ihnen folgen wollen. Er muss auch dann liegen bleiben, wenn Sie ausser Sicht sind. Vergessen Sie dabei nicht, daß Sie ihn beobachten können müssen. Bleiben Sie streng. Niemals darf auf “Platz!” eine andere Handlung des Hundes durchgehen, als sich hinzulegen und liegenzubleiben. Konsequenz ist hier äusserst wichtig!

Auch das Kommando “Komm!” kann so besser geübt werden: Läuft Ihr Hund, statt zu Ihnen zu kommen, in die falsche Richtung, nageln Sie Ihn mit “Platz!” erst einmal fest. Holen Sie ihn ab und gehen Sie mit ihm zu dem Ort zurück, zu dem er kommen sollte. Dieses Ritual kostet einen Moment seiner Freizeit und der Hund wird es bald abkürzen, indem er gleich kommt, um schnell wieder frei zu sein. Ebenso hilft das Kommando den auf und davon galoppierenden Junghund bei sich zu halten. Gerät er an die Grenze Ihres Einwirkungsbereichs rufen Sie “Platz!”. Er war zu schnell und muss auf Sie warten. Bald wird er wissen, wo seine Vorlauf- und Zurückbleib-Grenze ist und die lästige Pause vermeiden.

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