Sab verrät mir nicht wo es hingeht – wir fahren auf einem Quertrail zum 37Mile-Lake-Trail. Beim Überqueren des 37Mile-Creek bleibt mein Schlitten mit dem Brushbow in einem Gebüsch stecken. Ich habe einige Mühe um ihn wieder frei zu bekommen, denn Sab ist inzwischen schon weitergefahren und meine Hunde wollen auch endlich weiter und sehen einfach nicht ein, dass es einfacher ginge, wenn sie nur einen Moment die Zugleine locker liessen. Aber dann schaffe ich es doch noch den Schlitten frei zu bekommen, komme auch ganz gut auf die Runner, so dass ich an der anschliessend holperigen Stelle über den Creek die Kontrolle über mein Gespann behalte.
Wir biegen dann auf den Trail zur Sifton Range ein. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, dass der Trail so lange durch den verschneiten Wald führt, bevor es steil bergauf geht. Wir brechen noch etwas Trail bis fast zum Gipfel, und klettern auf über 1300 Höhenmeter, bevor wir den Heimweg antreten.
Doch wo es bergauf geht, da geht es auch wieder bergab und nun heisst es mit einem 14er-Rennteam auf nur 5 km-Luftlinie über 600 Höhenmeter hinter uns zu bringen.
Meine Hunde laufen, obwohl ich dauernd voll auf der Bremse stehe, so schnell, dass es mir in der einen oder anderen Kurve zu schnell wird und ich die ganze Fuhre nur noch durch das Umkippen des Schlittens bremsen kann. Ich habe dann einige Probleme, den Schlitten wieder auf die Kufen zu bringen, denn ich muss den mit 90 Kilo Gewicht beladenen Schlitten mit einem Ruck auf die Kufen bringen und dabei gleichzeitig mindestens einen Fuss auf die Bremse bekommen. So muss ich den Schlitten meist noch zwei- oder dreimal umkippen, bevor ich wieder die Kontrolle habe.
Anscheinend ging es auch bei Sebastian nicht ganz problemlos, denn in einer Kurve sehe ich eine Thermosflasche im Schnee liegen.
Nach vielen umgepflügten Metern Schnee, tonnenweise Schnee im Schlitten und kiloweise Schnee in meinen Klamotten, komme ich endlich schweissgebadet am Fusse des Berges an. An der Abzweigung steht Sab und ich muss meinen Schlitten zur Vollbremsung nochmals umwerfen.
“Das war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das Rennen”, sagt er trocken, dann “Ready lets go!” und weg ist er.
Am Anfang meines Aufenthaltes hatte Sab gesagt, dass man die Sifton Range mit dem Rennteam, wegen der Abfahrt, nicht fahren kann.
Auf der weiteren Heimfahrt fröstelt mir doch recht und meine Handschuhe gefrieren langsam. Ich wechsle zu meinen Fleecehandschuhen und bin froh, dass das Licht gerade noch reicht, um ohne Headlamp ins Kennel einzufahren.