Da ich gestern eine recht gute Platzierung erreicht hatte muss ich heute fast am Schluss starten, denn der langsamste darf das Rennen eröffnen.
Gestern hatte ich ein kleines Problem als wir am Kennel vorbeifuhren, da meine Hunde meinten es ginge nach Hause – nun haben sie bereits einige Meilen mehr in den Beinen und ich rechne mit dem schlimmsten. Denis hatte etwas Reisig in die Trails zum Kennel gelegt, ich habe den Anker griffbereit und feuere meine Hunde lautstark an “Straight ahead” – “On by”. Und obwohl ich meine Hunde genauestens beobachte, keiner scheint auch nur eine Sekunde daran gedacht zu haben er könne nach Hause laufen und so rennen wir problemlos weiter Richtung Ziel.
Beim nächsten Überholmanöver braucht der vor mir fahrende Musher die gesamte Trailbreite – sein Schlitten ist auf der linken Seite und seine Leithunde fast auf der rechten Seite, als ich rechts zum überholen ansetze. Gaya und Fritz entdecken eine Lücke zwischen den Lead- und den Pointdogs und düsen unter der Zugleine des anderen Gespanns durch. Trotz Vollbremsung kommt der Schlitten erst zum Stehen, als ausser meinen Wheeldogs bereits alle durch sind. Ich renne also zu meinen beiden Wheeldogs, befreie sie aus dem Leinengewirr, packe die Leithunde des anderen Teams und hebe sie über meine Hunde hinweg. Gaya und Fritz haben natürlich schon bemerkt, dass der Schlitten wieder frei ist und reissen das ganze Gespann wieder an – mir bleibt somit nichts anderes übrig als mich auf den Brushbow zu setzen und erst etwas später auf meinen angestammten Platz umzusteigen.
Kelly war bis jetzt nicht gerade die Zugmaschine in meinem Team, aber bei einer Abfahrt bemerke ich, dass sie über ihre Tugline getreten war. Ich stoppe das Gespann um die Leine zu richten und im nächsten Moment habe ich auch schon den schönsten Tangle. Um dieses Durcheinander zu lösen muss ich Sassys Tugline lösen und als ich sie wieder einhängen will habe ich sie wahrscheinlich mit irgendetwas erschreckt auf jeden Fall trabt das ganze Team wieder los und ich hänge am Harness von Sassy, welche mich über den harten Schnee zieht. Die Sekunden kommen mir wie Minuten vor, aber schlussendlich ist mein Team doch wieder richtig eingespannt und es kann weitergehen.
Die heutige Etappe war noch etwas schneller als gestern und so überquere ich nach gut 4,5 Stunden mit meinem Gespann die Ziellinie.
Wir belegen somit mit einer Gesamtlaufzeit von 9:32:12 den sechsten Platz (Ergebnisliste) – nicht schlecht für das erste Rennen.